PRESSE: Nordhorner hilft schwerhörigen und sehbehinderten Kindern

Hilfe für Kinder in der Ukraine
Nordhorner hilft schwerhörigen und sehbehinderten Kindern
 Nordhorn. Gutes Hören und gutes Sehen ist in Deutschland eine Selbstverständlichkeit, und wenn es mal nicht so ist, kann man Hilfe bekommen. Anders sieht dies in der Ukraine aus: Kinder, die dort nicht gut hören können, gelten als behindert und werden ausgegrenzt. Um diesen Kindern zu helfen, fuhr der Nordhorner Robert Kühne zusammen mit einem Team deutscher Fachleute für eine Woche nach Kiew, um Hilfe zu leisten. "Es ist wirklich sehr traurig, wenn man sieht, in welch ärmlichen Verhältnissen die Menschen dort leben und mit welch einfachen Mitteln man sie glücklich machen kann", sagt der 23-jährige Augenoptiker- und Hörgeräteakustiker-Meister.
"Besonders die leuchtenden Augen eines Kindes, wenn es das eigene Plappern zum ersten Mal hört, sind sehr ergreifend." Bereits zum zweiten Mal war er mit dem Projekt "1000 Kinder sehen und hören" in der Ukraine. "Die Arbeit ist zwar anstrengend, aber es lohnt sich. Die Gesten und die Freude der Kinder entschädigen ungemein." Organisiert und finanziert wurde das Projekt von Round Table Deutschland. Dieser Serviceclub junger Männer ist deutschlandweit vertreten. Der Dienst an der Allgemeinheit ist neben der Pflege nationaler und internationaler Kontakte ein Ziel dieser Organisation.


Zeitungsbericht Ukraine

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Bilder, Bilder, Bilder

Dank unserem Old- Tablers Freund Erich Feller (OT 74 Hanau)
verfügen wir über sehr viele Bilder, die wir Euch nicht vorenthalten wollen:

05.02.2012 Odessa:
https://fotoalbum.gmx.net/ui/external/bu3DpHJgQXiXFIJ75uMORA75701

06.02.2012 Kiew
https://fotoalbum.gmx.net/ui/external/iKokWR1OR6qDdM3cLAmqEA75701

07.02.2012 Kiew
https://fotoalbum.gmx.net/ui/external/Jw_0QZovT8GyLJCPuTzt-Q75701

08.02.2012 Kiew
https://fotoalbum.gmx.net/ui/external/4EkLrhRtRdeTGsUkHn_Jyw75701

09.02.2012 Kirovograd
https://fotoalbum.gmx.net/ui/external/YCKNjWXnTd6XhmmLKiO6eA75701


Danke Erich, well done!!

Robert Kühne, RT 102


Nach der ersten Versorgungsreise im Mai letzten Jahres stand schon bald fest, dass es für mich nicht das letzte Mal gewesen sein sollte. Nach 6 Monaten war der neue Termin geplant. Meine Vorfreude war riesig.

Am Samstag, den 4.Februar, ging es endlich los. Der Flug nach Odessa brachte schon richtig Spaß und Spannung durch starken Schneefall in Kiew. In Odessa ging es Sonntag morgen direkt an die Arbeit: Werkzeug aufbauen und ca 80-90 Kinder mit Hörgeräten versorgen.
Dann wurde schnell wieder alles zusammenpackt und mit dem Nachtzug nach Kiew gefahren. Ich hatte mir den Zug wirklich schlimm vorgestellt, aber er war ein Traum: Gemütlich warm, mit Liegemöglichkeiten. Tee wurde in Silber gefassten Teegläsern serviert.

In Kiew ging es sofort weiter: Sachen wieder aufbauen, den anderen Teil der Mannschaft kennen lernen und dann kamen die ersten Kinder. Wieder erlebten wir wunderbare Momente mit strahlenden Kinderaugen. Die große Dankbarkeit und Freude der Kinder verblüffte uns. Durch Nachfragen und Dankesbriefe erfuhren wir, wie schlecht die Versorgung mit Brillen und Hörgeräten in der Ukraine ist und dass sich alle über unsere liebevoll Betreuung freuten.

Jeder von uns nahm sich  Zeit, die Kinder zu beruhigen, wenn sie Angst hatten oder sie einfach zu bespaßen. Das machte mir wirklich viel Freude. Besonders denke ich an einen Moment zurück: Ein Mädchen hatte Angst bei der Abdrucknahme für die Ohrpassstücke. Wir versuchten alles, Vertrauensaufbau mit den Geräten, Streicheleinheiten, Kekse, Zuneigung, Beistand der Mutter... Schließlich wollte die Kleine eine Pause und ging erstmal raus. Nach ein paar Minuten kam sie wieder rein, lief auf mich zu und umarmte mich fest. Es war einfach ergreifend. Sie hatte allen Mut zusammengenommen und Frieden mit mir geschlossen. Man muss die Sprache nicht verstehen um das zu begreifen.

Die Tage vergingen wie im Flug, und immer wieder gab es traurige und bewegende Momente. Ein weiterer war die Anpassung bei einem süßen kleinen Mädchen. Ich stellte die Geräte ein. Plötzlich bekam die Kleine große Augen und horchte auf. Ich schnippte mit dem Finger hinter ihr und sie drehte den Kopf zu mir. Dabei strahlte sie total glücklich. Um die Einstellung zu überprüfen, versuchte ich sie zum Nachsprechen zu bewegen und sagte "Bababa". Sie guckte mich strahlend an und sprach schön nach. Jetzt versuchte ich es mit "Mama" und "Papa". Auch das sprach sie nach, doch leider habe ich hinterher erfahren, dass sie weder Mama noch Papa hat. Das kleine Mädel steht zur Adoption. Das war für mich der traurigste Moment der Reise.

Alles in allem war es wieder eine sehr erfolgreiche Aktion. 500 Kinder wurden mit Hörgeräten und 480 Brillen versorgt. Das gesamte Team war super und ich bin sehr stolz dabei gewesen zu sein.


Vielen Dank an alle Beteiligten und Spender. Ihr seid spitze!


Robert Kühne

Holm Hümmler, ex RT 18


Der Entschluss war schnell gefasst: Als wir vor einem Dreivierteljahr nach einer anstrengenden Woche in Odessa am Strand saßen, uns langsam klar wurde, wie erschöpft wir waren und wir auf die Versorgung von mehr als 400 Kindern mit Hörgeräten zurück und auf das Meer hinaus blickten, war schnell klar: Wenn es irgendwie geht, sind wir zur nächsten Versorgungsreise wieder dabei. Damals ahnten wir noch nicht, dass wir damit bis Februar würden warten müssen.

Irgendwann stand der Termin, und mit der sich allmählich steigernden Spannung und Vorfreude kamen bei mir auch die Zweifel wieder, was ich denn Nützliches zu der Reise beitragen kann. Schließlich bin ich weder brauchbarer Dolmetscher, noch Akustiker oder Arzt, sondern bei diesem Projekt eigentlich nur als Helfer und Anhängsel von Regina dabei. Immerhin, in Odessa hatte ich ja immer etwas zu tun gehabt, und zwei Wochen vor meiner letzten Mitgliederversammlung war klar, ich würde alles tun, damit diese Reise der krönende Abschluss meiner Tablerzeit wird.

Der Abreisetag fing dann gleich mit den nächsten Verzögerungen an – wegen Schneesturm in Amsterdam fiel unser Hinflug aus, und es ging ein paar Stunden später per Direktflug nach Kiew. Die Unterkunft im „Lager Lider“ versprach die nächsten Abenteuer: verschneites Gelände, imposante Eiszapfen am Dach, Zimmer, die noch den Charme des früheren sowjetischen Ferienlagers atmeten, eine altersschwache Heizung, der mit nicht minder kurios aussehenden tragbaren Heizlüftern auf die Sprünge geholfen wurde. Dafür gab es gute Arbeitsmöglichkeiten, Kinderbetreuung für die wartenden Klassen und eine kultige russische Sauna, in der wir immerhin zweimal dazu kamen, uns gut 120 Grad von den frostigen Außentemperaturen abzusetzen.

Ein Teil des Teams hatte schon einen hektischen Versorgungstag in Odessa und eine Fahrt im Nachtzug hinter sich und erhoffte sich von mir etwas ruhigere und geordnetere Abläufe in den Warteschlangen, aber am ersten Tag kämpfte ich doch eher vergebens gegen das Chaos auf den Fluren. Am zweiten Tag hatten sich die Abläufe zwischen uns und den unermüdlichen Betreuerinnen aber soweit eingespielt, dass die Kinder pünktlich dort ankamen, wo sie schnell und mit geringstmöglichem Stress versorgt werden konnten. So hatte ich auch erst dann die Ruhe, die magischen Momente mitzuerleben, wenn ein Kind zum ersten Mal auf die Geräusche aus seinem frisch eingeschalteten Gerät reagiert.

Die Reaktionen sind durchaus unterschiedlich. Manche Größeren kennen Hörgeräte aus der Schule oder sind bereits (aus Kostengründen dann oft nur auf einem Ohr) einmal versorgt worden, geben gekonnt Zeichen zur Justierung der Lautstärke und sind vor allem stolz, zwei ganz eigene Geräte mit nach Hause nehmen zu dürfen. Andere sind eingeschüchtert und frustriert von der überzogenen Erwartungshaltung ihrer Eltern, Eltern, die am liebsten gleich ein ausgedehntes Gespräch führen wollen mit einem Sprössling, der noch damit kämpft, aus den ungewohnten Wahrnehmungen in seinem Kopf einen Sinn zu machen und sich vielleicht irgendwann später auch einmal ohne Gebärdensprache artikulieren zu können. Einige wenige sind bereits gut versorgt und werden unsere Geräte wohl nur als Reserve nutzen, die ihre Eltern vielleicht auch selbst bezahlen könnten. Manche Eltern sind auch einfach für eine zweite Meinung unserer Fachleute dankbar, wenn kommerzielle Versorgungszentren vor Ort halbjährlich versuchen, ihnen ihre mageren Ersparnisse für immer neue Hörgeräte aus der Tasche zu ziehen. Fast alle, die schon mehr oder weniger brauchbare Geräte haben, brauchen zumindest neue Ohrstücke. Ein Mädchen im Teenageralter schielt mit traurigen Augen auf das dezent-zierliche Gerät ihrer Klassenkameradin, weil ihr selbst nur mit einem der etwas größeren Hochleistungsgeräte zu helfen war. Andere haben nach negativen Hörtests nie eine Chance bekommen und geben Lehrern, die sie längst aufgegeben hatten, mit Tränen in den Augen und schrillen Lauten Zeichen, dass sie tatsächlich etwas hören. Wieder andere sind erst einmal glücklich, dass sich überhaupt jemand um sie bemüht.

Auch dieses Mal gibt es Kinder, für die wir nichts tun können, bei denen selbst das stärkste einem Menschen zumutbare Hörgerät mit dem Schalldruck eines Presslufthammers direkt neben dem Kopf zu keiner verwertbaren Wahrnehmung führt. Die Kinder verkraften diese Enttäuschung oft besser als unsere Akustiker, die sie in der kurzen Zeit ins Herz geschlossen haben. Immer wieder justieren Heike und Claudia (später, wenn die letzten Ohrstücke gefräst sind, auch die anderen) die Geräte nach, sprechen die Kinder an, klatschen, klappern mit einem Spielzeug, schauen mit den Tränen kämpfend immer wieder auf uns Helfer, die ihnen wieder nur sagen können, dass auch diese Reaktion des Kindes wohl nur durch einen Blick aus dem Augenwinkel oder durch unsere eigene erkennbare Erwartungshaltung ausgelöst war. Jan, unser coolster Doc der Welt, kann die Enttäuschungen besser verarbeiten – als Arzt dürfte er an die Grenzen des eigenen Handelns gewöhnt sein. Auch ich komme mit den Rückschlägen halbwegs klar. Viel zu sehr ist für mich noch jedes einzelne Kind, dem wir auf seinem Weg ins Leben überhaupt ein Stückchen weiterhelfen können, ob es irgendwann normal sprechen lernen wird oder einfach nur Gefahren besser erkennt, ein kleines Wunder.

Und dann sind da immer wieder die nicht ganz so kleinen Wunder: Kinder, die sich mit großen Augen und offenem Mund umdrehen, sobald das erste Hörgerät eingeschaltet ist und hinter ihnen ein Geräusch gemacht wird, die mit sich überschlagendem Stimmchen das „Babababa“ imitieren, das ihnen ein verborgener Mund vorspricht, die erste Worte nachplappern, vielleicht auch schon die Frage „Wie heißt Du?“ beantworten.

Und wie in Odessa sitzen wir am Ende einer anstrengenden Woche völlig erschöpft aber glücklich zusammen. Nur anstelle der Vorfreude steht, für mich noch mehr als für alle anderen, die bange Frage: „Soll das wirklich schon alles gewesen sein?“

Heike Nörenberg, die gute Seele des Teams





Hallo grüß Dich lieber Tommy,

die Erlebnisse holen mich gerade heute mit aller Macht ein. Ich sitze hier und bekomme grad nix gebacken. Meine Gedanken schwirren umher und ich denke immer wieder an die Erlebnisse der letzten Woche zurück. Die Zeit in der Ukraine war vollgepackt mit Emotionen, die nun verarbeitet werden müssen.Es fällt mir schwer mich auf meine Arbeit zu konzentrieren, immer wieder schweifen meine Gedanken nach Kiew.

Wir hatten eine wunderbare Zeit, die ich nie vergessen werde. Eine tolle Aktion, die uns auch auf den Boden der Tatsachen bringt und uns unser Zu Hause noch viel mehr schätzen lässt.

Wir haben sehr viel geschafft und ich bin sehr stolz, wieder Teil dieses klasse Teams gewesen zu sein!!!!!!

Vielen Dank dafür! Wir waren wie eine große Familie, eine Gemeinschaft die von Beginn an super funktioniert hat. Alle waren mit Herzblut dabei und das haben auch die Kinder vor Ort gespürt.

Jeder hat auf Jeden aufgepasst,ihn auch mal getröstet, wenn mal die Tränen vor Rührung kullerten.

Es war für uns alle eine ganz besondere Herausforderung, die tagtäglich durch viele *bababababa´s belohnt wurden :-), :-)!!

Dieses "Bababa" hat mein Herz mit so viel Wärme erfüllt, dass es mich jeden Tag wieder voller Elan dazu brachte ´all diesen Kindern mit unseren Hörgeräten eine Zukunft zu geben.

Die kleine Swetlana, die immer wieder an ihrem Keks knabberte, weil sie es nun hörte, oder die junge Mama die mit Hörgeräten endlich ihre Zwillinge daheim hören konnte. Sie hatte große Angst ihre Kinder durch ihre Schwerhörigkeit zu verlieren. Oder der junge Mann, der trotz Schwerhörigkeit Klavierkonzerte in der Ukraine gibt und nun seine Musik durch die Hörgeräte wesentlich besser hören und einschätzen kann.

Ja, dann versteht man, wie wichtig Hören ist und was es bedeutet nicht zu hören.

Ganz liebe Grüße

Heike Nörenberg

Frida Schill, Dolmetscherin

Hallo, hallo,

nach dem der Nachholbedarf an frisch gekochtem Kaffee nun gestillt worden ist und Ereignisse nicht mehr so chaotisch im Kopf schwirren, möchte ich das Erlebte in Kirovorgrad mit anderen teilen.

Um 06.00 ging`s am Donnerstagmorgen los. Sascha, unser Fahrer, ein höflicher Jünger Mann, hat uns sicher nach Kirovograd befördert. Kurz am Einkaufszentrum angehalten um für die Kid`s Ü-Eier zu besorgen, 22 zugeordnete Brillen hatten wir, also dürften 30 Ü-Eier reichen, so dachten wir. Nach einigen Runden in den Innenhöfen hat uns die Leiterin des Zenrums abgeholt.

Die Mitarbeiterinen waren fürchterlich aufgeregt und von deren unkoordinierter Hilfe zum Anfang fast schon wehren müssen,ziemlich schnell ist es gelungen Struktur in den Ablauf zu bringen. Die Leiterin des Zentrums Elena hat mit Herz und Tat uns unterstützt, hat die Leiter der Kindergärten bestellt und die haben brav die Brillen für ihre Kinder zugeordnet.

Michael Müller war in senem Element, rutschte vor den Kindern auf den Knien herum und zauberte ein Lächeln in die Gesichter der Kinder. Das "Karussel" hat sich so schnell gedreht,das man kaum Zeit hatte nach links oder rechts zu gucken, aber der Kulturschock bei den Eltern war nicht zu übersehen, als sie den Doc auf den Knien immer mit Lächeln vor den Kindern gesehen haben. Wie sie mit breitem Grinsen und glücklichen Kindern den Raum verlassen haben.

Immer wieder kam die Frage warum tun wir das?

Ja, warum ?

Ich glaube die Frage hat sich zum Schluss von selbst beantwortet, als die Mitarbeiter des Zentums ins Geschehen einbezogen wurden und mit Begeisterung fleissig an den Listen gearbeitet haben. Als Sascha, der Fahrer, noch aml schnell zum Supermarkt gelaufen ist um für Nachschub für Ü-Eier zu sorgen, nachdem ich mit Schrek den überfüllten Vorraum gesehen habe.

Es wäre ein Feiertag für Kirovograd und so was hätten sie noch nicht gesehen.

Als Sascha uns morgens abgeholt hatte, waren wir einfache Kunden für den Taxifahrer, auf dem Weg zurück nach Kiev (350km) hat er Fragen zum Projekt gestellt und ...er und seine Frau würden auch gerne mithelfen. So hat ihn der Tag und unsere Aktion geprägt.

Dank Erich Feller können wir den Tag auch in Bilder sehen.

Liebe Grüsse

Frida

Frida mit dem esten Mädel, das in Odessa mit Hörgeräten versorgt wurde.